Archiv der Kategorie: Raspbian

Geänderte SSH-Server-Konfiguration von Raspbian

Wenn Sie in der Vergangenheit Raspbian installierten, egal, ob mit NOOBS oder durch die direkte Übertragung des Raspbian-Images auf eine SD-Karte, war der SSH-Server standardmäßig aktiv. Jeder, der eine Netzwerkverbindung zum Raspberry Pi herstellen konnte, konnte sich als pi mit dem bekannten Passwort raspberry einloggen und hatte dann per sudo uneingeschränkte Rechte. Es wird natürlich überall empfohlen (auch in allen Auflagen unseres Raspberry-Pi-Buchs), das Default-Passwort von pi sofort zu ändern, aber wen kümmern schon solche Empfehlungen :-(

Immer mehr Pis sind so in Netzwerke integriert, dass sie auch aus dem Internet erreichbar sind. Unter dem Eindruck der Sicherheitskatastrophen der letzten Monate (z.B. Verwundbare Router oder Botnets aus gehackten Webcams) haben sich die Raspbian-Entwickler endlich zu ein klein wenig mehr Sicherheit per Default entschlossen: Bei aktuellen Raspbian-Images ist der SSH-Dienst zwar installiert, aber standardmäßig nicht aktiv. Wie Sie SSH weiterhin verwenden können, erklärt dieser Beitrag.

Geänderte SSH-Server-Konfiguration von Raspbian weiterlesen

Raspbians neuer PIXEL-Desktop

Seit Ende September gibt es ein neues Raspbian-Image. Die wichtigste Neuerung ist die Umgestaltung des Desktops, der jetzt PIXEL heisst. Fundamental neue Funktionen bietet er kaum, aber zumindest sehen die Fensterrahmen hübscher aus als bisher. Auch die Icons sind neu und farbenfroh gestaltet; wie weit das eine Verbesserung ist, darüber kann man geteilter Meinung sein.

Der neue PIXEL-Desktop mit einer eindrucksvollen Bergaufnahme als Hintergrund.
Der neue PIXEL-Desktop mit einer eindrucksvollen Bergaufnahme als Hintergrund.

Raspbians neuer PIXEL-Desktop weiterlesen

PiBakery

PiBakery (http://www.pibakery.org) ist ein neues Programm, das unter Windows oder OS X (bald macOS) hilft, eine SD-Karte mit Raspbian für den Raspberry Pi vorzubereiten. Die Besonderheit von PiBakery besteht darin, dass einige Einstellungen vorweg durchgeführt werden können, z.B. das WLAN-Passwort, der Hostname oder das Passwort für den Benutzer pi. Das hat bei meinen Tests auch wunderbar funktioniert.

SD-Karte für den Raspberry Pi mit PiBakery vorbereiten
SD-Karte für den Raspberry Pi mit PiBakery vorbereiten

PiBakery weiterlesen

Nicht vom USB-Stick booten

Die letzten Tage ging die Meldung durch die IT-Medien, der Raspberry Pi 3, Modell B (nicht aber andere/ältere Raspberry-Pi-Modelle!) können direkt von einem USB-Stick oder auch von anderen USB-Datenträgern booten. Die Raspberry-Pi-Organisation bezeichnet diese Boot-Funktionen zwar noch als Beta, sie scheinen aber bei vielen Benutzern zu funktionieren.

Ich hatte leider kein Glück damit: Ich habe über mehrere Stunden Tests mit zwei verschiedene USB-Sticks (SanDisk Cruzer Fit 32 GB und Kingston DataTraveler 3.0 8 GB) sowie mit einer externen USB-Festplatte durchgeführt. Es gelang mir von keinem dieser Datenträger zu booten. Der Bildschirm blieb schwarz bzw. blau (im Sinne von ‚kein Signal‘), bei der Festplatte waren keine Lesekopfgeräusche zu hören.

Vielleicht hatte ich mit meiner Hardware wirklich Pech — oder die Funktion ist wirklich noch sehr Beta dahingehend, dass eben viele USB-Geräte nicht unterstützt werden.

Quellen

Raspbian-Update Mai 2016

Mitte Mai wurde Raspbian Jessie aktualisiert. Die Neuerungen in Kurzform:

  • Raspbian verfügt nun über eigene Werkzeuge zur Bluetooth-Konfiguration. Damit gelingt die Bluetooth-Konfiguration erstmalig überraschend problemlos — kein Vergleich zum unsäglichen Bluetooth-Manager! Sogar die Konfiguration einer Bluetooth-Box klappte problemlos. Nach dem Koppeln müssen Sie die Box allerdings noch als Audio-Ausgabegerät aktivieren. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Lautsprecher-Icon im Panel.
  • Der Kernel wurde auf Version 4.4 aktualisiert.

  • Der neue SD Card Copier (zu finden im Zubehör des Startmenüs) ermöglicht es im laufenden Betrieb, die SD-Karte als Image auf einen externen USB-Datenträger (USB-Stick, zweite SD-Karte, Festplatte) zu sichern. Umgekehrt können Sie auch ein Backup wiederherstellen, z.B. von einem USB-Stick auf eine SD-Karte in einem USB-Adapter. Nicht möglich ist es naturgemäß, die SD-Karte im Slot des Raspberry Pi im laufenden Betrieb zu überschreiben. Wegen der lahmen IO-Möglichkeiten des Raspberry Pi dauert das Sichern bzw. Beschreiben einer SD-Karte allerdings schier endlos. Auch was die Sicherheit des Backups im laufenden Betrieb betrifft, habe ich meine Zweifel. Alles in allem ein entbehrliches Werkzeug.

  • Die pigpio-Bibliothek, auf die wir in unserem Buch mehrfach hinweisen (Kapitel 13, 27 und 41 in der zweiten Auflage), wird jetzt standardmäßig installiert. Bei Bedarf kann im Programm Raspberry Pi Configuration im Dialogblatt Interfaces mit der neuen Option Remote GPIO der automatische Start des pigpio-Dämons eingestellt werden.

  • Bei der Konfiguration von Tastatur und Maus hilft das neue Programm Einstellungen / Tastatur und Maus. Dort können Sie unter anderem die Empfindlichkeit (Geschwindigkeit) der Maus und die Auto-Repeat-Parameter der Tastatur einstellen.

Raspbian-Update Mai 2016 weiterlesen

bash-Vervollständigung aktivieren

Wenn Sie im Terminal die Tabulator-Taste drücken, sollte die im Terminal laufende Shell (also die bash) die bisherige Eingabe nach Möglichkeit vervollständigen. In manchen Fällen funktioniert dies (z.b. bei Dateinamen), in anderen Fällen aber nicht — z.B. wenn Sie mit sudo -s in den root-Modus wechseln und dann apt-get install name eingeben und die Tabulator-Taste drücken. Schuld daran ist die Datei /etc/bash.bashrc. In dieser Konfigurationsdatei sind einige Zeilen durch das Kommentarzeichen # deaktiviert. Deswegen bleibt das standardmäßig installierte Paket bash-completion wirkungslos.

Öffnen Sie die Datei also mit sudo leafpad /etc/bash.bashrc in einem Editor und entfernen Sie die #-Zeichen für die Zeilen, die dem Kommentar enable bash completion in interactive shells folgen:

# in der Datei /etc/bash.bashrc
...
# enable bash completion in interactive shells
if ! shopt -oq posix; then 
  if [ -f /usr/share/bash-completion/bash_completion ]; then 
    . /usr/share/bash-completion/bash_completion 
  elif [ -f /etc/bash_completion ]; then 
    . /etc/bash_completion 
  fi 
fi 
...

Sobald Sie sich neu einloggen, funktioniert die bash-Vervollständigung wie in anderen Linux-Distributionen

Bluetooth-Konfiguration mit bluetoothctl

Soeben habe ich versucht, diverse Bluetooth-Geräte mit dem Bluetooth-Konfigurationswerkzeugen von Raspbian Jessie zu konfigurieren. Also Installation der Werkzeuge mit apt-get install bluetooth blueman und sicherheitshalber ein Neustart. Danach erscheint im Panel des Raspbian-Desktops das Bluetooth-Icon, dessen Menüeinträge in den aus früheren Raspbian-Versionen bekannten Bluetooth-Manager führen.

Nicht geändert hat sich leider die miserable Qualität dieses Tools: Von meinen Testkandidaten (eine Maus, zwei Tastaturen, eine Lautsprecherbox) gelang nur bei der Maus und bei der Lautsprecherbox das Pairing. In allen anderen Fällen war es nicht möglich, die Geräte mit dem Raspberry Pi zu verbinden. Trostlos!

Wohl oder übel habe ich nun versucht, die Konfiguration auf Kommandoebene durchzuführen. Das von Raspbian Wheezy bekannte Werkzeug bluez-simple-agent steht unter Jessie nicht mehr zur Verfügung. Eine gute Alternative ist das Kommando bluetoothctl.

Bluetooth-Konfiguration mit bluetoothctl weiterlesen

Raspbian-Fernsteuerung mit RDP

Anstatt Ihren Raspberry Pi mit Bildschirm, Tastatur und Maus zu verbinden, können Sie Ihre Raspbian-Installation auch über eine Netzwerkverbindung von Ihrem Notebook/PC aus fernsteuern. Solange Sie keine grafischen Programme benötigen, gelingt das am effizientesten und sichersten mittels SSH. Wenn Sie hingegen auch die grafische Benutzeroberfläche sehen und bedienen möchten, müssen Sie das Grafiksystem sowie die Interaktion mit Tastatur und Maus auf einen anderen Rechner quasi umleiten. Zu diesem Zweck haben wir Ihnen hier im Blog VNC als Lösung vorgestellt.

Es muss nicht immer VNC sein…

Ein Leser unseres Buchs hat mich kürzlich auf eine viel einfachere Alternative aufmerksam gemacht, die ich in meiner auf Unix/Linux fokussierten Sicht übersehen habe: Das Remote Desktop Protocol (RDP) ist ein von Microsoft entwickeltes Protokoll zur Darstellung eines Bildschirminhalts sowie zur Steuerung eines über das Netzwerk erreichbaren Computers. Obwohl dieses Protokoll zur Steuerung von Windows-Rechner gedacht ist, wird es auch von Linux unterstützt.

Raspbian-Fernsteuerung mit RDP weiterlesen